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Biopic

„Timeswings – The Art of Hanne Darboven“ im Kino

Sehr norddeutsches Porträt der sehr norddeutschen Künstlerin Hanne Darboven

Foto: Erasmus Gerlach

Kleinformatiges im Großformat: Mit nach einer eigenen Systematik erstellten, hand- und maschinengeschriebenen Zahlenkolonnen, die ganze Ausstellungsräume einnehmen, ist die Hamburger Künstlerin Hanne Darboven seit den 1960er-Jahren zur bedeutendsten Vertreterin der Minimal Art und Konzeptkunst in Deutschland avanciert. In späteren Jahren übersetzte sie ihr Zahlen- und Ordnungssystem auch in minimalistische Musikkompositionen. Gerade ist ihr eine Ausstellung im Hamburger Bahnhof gewidmet, die auch einen Teil ihrer Korrespondenz zeigt, wie etwa mit dem Galeristen Leo Castelli oder dem US-Minimal-Künstler Sol LeWitt, den sie kennenlernte, als sie nach ihrem Studium in Hamburg Mitte der 60er für drei Jahre nach New York zog.

Ganz gut passt dazu auch der Dokumentarfilm „Timeswings – The Art of Hanne Darboven“, in dem Regisseur Rasmus Gerlach vor allem eine ganze Reihe von Mitarbeitern und Freunden von ihren Beziehungen zur 2009 verstorbenen Künstlerin erzählen lässt, die ihrerseits in Archivmaterial präsent ist. Und natürlich im Geist ihres Bauernhauses in Harburg, das immer noch von oben bis unten vollgestopft ist mit Trödel, Geschenken und Reiseandenken, die zu ihrer Art des Begreifens von Zeit und Welt auch dazugehörten.

Der Film ist dabei weniger die Darstellung eines Lebens von A bis Z als vielmehr ein anekdotisches und assoziatives Porträt, das auf norddeutsch-unterhaltsame Art gleichwohl einen Einblick gibt in die spröde Persönlichkeit der Künstlerin.

Timeswings – The Art of Hanne Darboven D 2016, 85 Min., R: Rasmus Gerlach. Start: 1.6.

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