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„Toast“ im Kino

ToastUnter der Bettdecke ergötzt sich der Junge nicht an einem Werk mit erotischen Bildern, sondern an einem Kochbuch. In dessen Verheißungen liegt für Nigel Slater ein Gegenentwurf zu der Küche seiner Mutter, die aus Dosengerichten und Verunglücktem besteht – im besten Fall gibt es Toast. In der britischen Provinz der frühen sechziger Jahre ist entsprechend der Lebensmittelladen sein bevorzugter Aufenthaltsort. Und nach dem Tod der Mutter sieht sich Nigel in Konkurrenz zur Haushälterin (und künftigen Stiefmutter) Mrs. Potter, die den Vater nicht zuletzt mit ihren Kochkünsten umgarnt. Der Prozess der eigenen (zudem schwulen) Selbstfindung ist ein schwieriger in diesem Film, doch gekocht wird so, dass man unweigerlich Appetit bekommt. „Slater ist ein gottverdammtes Genie“, sagt der britische Starkoch Jamie Oliver über seinen Kollegen. Vielleicht wird Nigel Slater ja über den Umweg der Verfilmung seines autobiografischen Buches (deutscher Titel: „Halbe Portion. Wie ich meine Leidenschaft für das Kochen entdeckte“, gerade neu aufgelegt) auch in Deutschland ein wenig bekannter.

Text: Frank Arnold

Foto: Susie Allnutt/MFA/FilmDistribution e.K.

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Toast“ im Kino in Berlin

Toast Großbritannien 2010; Regie: S.J. Clarkson; Darsteller: Helena Bonham Carter (Mrs. Potter), Freddie Highmore (Nigel Slater), Oscar Kennedy (Nigel, jung); 96 Minuten; FSK 6

Kinostart: 11. August

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