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Tom Cruise und Cameron Diaz in „Knight And Day“ im Kino

Knight and Day

Wenn Tom Cruise irgendwo auftritt, hat er in der Regel alles im Griff. Selten aber übertreibt er es dabei derart wie in der Komödie „Knight and Day“, in der er „zufällig“ in einem Flugzeug neben Cameron Diaz zu sitzen kommt. Es sind verdächtig wenig Passagiere an Bord eines Flugs, der gerade noch als hoffnungslos überbucht gemeldet wurde. Und dann muss die Dame kurz auf die Toilette, um sich frisch zu machen, und in dieser knappen Frist tobt in der Kabine eine geheimdienstliche Auseinandersetzung, an deren Ende niemand mehr da ist, um das Flugzeug zu landen – außer Tom Cruise natürlich, dem unumstrittenen Superstar des amerikanischen Kinos.
In einer großen Karriere gibt es Phasen des Ernstes und Phasen der Ironie. „Knight and Day“ fällt in jeder Hinsicht in die zweite Kategorie, und wenn auch die Ironie nicht immer sehr subtil ist, handelt es sich bei dieser heiteren Variation auf die sattsam bekannten Agentenfilme der alten Schule doch um eine vergnügliche Angelegenheit. Cameron Diaz spielt June Havens, eine arglose Schönheit, die einem Feuerwehrmann versprochen ist und gerade zur Hochzeit ihrer Schwester fliegt. Cruise spielt Roy Miller, einen Fachmann vom FBI, der einen jungen Mann beschützen soll, der eine ungeheuer effiziente Batterie erfunden haben soll.
Das ist aber alles nur Vorwand für eine Geschichte, in der es vor allem um attraktive Schauplätze und um handfeste Actionszenen geht, in denen alles darauf ankommt, die holde Maid zu beschützen, bis sie allmählich lernt, selbst das Heft in die Hand zu nehmen.
James Mangold, einer der flexibelsten Regisseure im gegenwärtigen Hollywood, nimmt selbstbewusst Anleihen bei Klassikern von „Der unsichtbare Dritte“ bis zu „Der dritte Mann“, immer mit einem Augenzwinkern, das überstrahlt wird von dem selbstbewussten Grinsen von Tom Cruise. Im Grunde läuft der ganze Film auf die Frage hinaus, ob Cameron Diaz sich von diesem Supermann für blöd verkaufen lässt oder nicht – die Antwort darauf kann man sich denken, und sie zeugt davon, dass das Erbe von starken Frauen wie Katherine Hepburn nicht vollständig vergessen ist.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Knight and Day“ im Kino in Berlin

Knight and Day, USA 2010; Regie: James Mangold; Darsteller: Tom Cruise (Roy Miller), Cameron Diaz (June Havens), Peter Sarsgaard (Fitzgerald); 110 Minuten

Kinostart: 22. Juli

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