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Tony Curtis und Arthur Penn sind tot

Tony CurtisTony Curtis (Foto) ist tot. Der legendäre Hollywoodstar, der mit Filmen wie „Manche mögen’s heiß“ oder „Spartacus“ Leinwandgeschichte geschrieben hat, ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Das wurde mittlerweile von der Sprecherin seiner Tochter Jamie Lee Curtis offiziell bestätigt.
In den 50er-Jahren war Tony Curtis (eig. Bernard Schwartz, geb. 1925 in der Bronx) zunächst ein Teenagerstar und wurde dann mit vier Filmen in Folge zum Weltstar: als Artistenrivale von Burt Lancaster in „Trapez“, als Kettensträfling neben Sidney Poitier in „Flucht in Ketten“ (Oscar-Nominierung), als Krieger, der den einäugigen Wikinger Kirk Douglas tötet, in „Die Wikinger“ und vor allem als in Marilyn Monroe verliebter Saxophonist und scheinbarer Playboy mit Yacht in seinem berühmtesten Film, Billy Wilders „Manche mögen’s heiß“.
Der häufig als jugendlicher Held eingesetzte Curtis spielte in den 60er-Jahren in jeder Art Komödie, u.a. von Blake Edwards („Das große Rennen rund um die Welt“). Als der Erfolg trotz seiner Leistung als „Der Frauenmörder von Boston“ ausblieb, spielte Curtis in einer Vielzahl von TV-Filmen. Populär blieb er an der Seite von Roger Moore in der TV-Serie „Die 2“ 1971/72. Als Gast trat er auch in Ensemblefilmen in Europa auf, u.a. in Guy Hamiltons Agatha-Christie-Verfilmung „Mord im Spiegel“ (1980), und leistete für Thomas Braschs „Der Passagier – Welcome to Germany“ 1987 einen wertvollen Beitrag zum deutschen Kunstkino.
Curtis, der sich in den 70er- und 80er-Jahren durch Drogenkonsum beinahe ruinierte, war sechs Mal verheiratet. Seine erste Gattin war Janet Leigh, die er 1951 heiratete und mit der er elf Jahre „Hollywoods ideales Traumpaar“ bildete. Aus dieser Ehe stammt die Schauspielerin Jamie Lee Curtis. Als er 1962 bei den Dreharbeiten zu „Taras Bulba“ die gerade 18-jährige Christine Kaufmann kennen lernte, ging er seine zweite, diesmal vier Jahre währende Ehe ein.
1987 veröffentlichte Curtis einen Roman, 1995 seine Autobiografie „Ich mag’s heiß“, in der es heißt: „Das einzig Besondere an uns war, dass wir auf der Leinwand zehneinhalb Meter maßen.“ Er war auch als Maler tätig, 2005 erwarb das New Yorker Museum of Modern Art eines seiner Kunstwerke.

Arthur PennEbenfalls verstorben ist der Regisseur Arthur Penn. Der Filmemacher starb im Alter von 88 Jahren in seiner Wohnung in New York. Er gilt als einer der wichtigsten Innovatoren des amerikanischen Films, der das Medium in den Sechzigerjahren regelrecht revolutionierte und eine Reihe von Klassikern schuf, darunter „Bonnie und Clyde“, „Little Big Man“, „Duell am Missouri“ und „Die heiße Spur“. Seine letzte Regiearbeit stammt aus dem Jahr 1996, das Knastdrama „Inside“. 2007 hatte er bei einem seiner letzten großen öffentlichen Auftritte auf der Berlinale einen Goldenen Ehrenbären entgegen genommen.
Die Gangsterballade „Bonnie und Clyde“ mit Faye Dunaway und Warren Beatty als neurotisch lebensgierigem Bankräuberpaar in der Depressionszeit läutete 1967 die Ära des New Hollywood ein, obwohl Regisseur Arthur Penn (geboren 1922) selbst nicht zu den jungen Filmemachern dieser Generation gehörte. Aber die nervöse Psychologie des Films und seine Todesballette im Finale bereiteten auf kommende Arbeiten vor.
Penn hatte mit Theater- und TV-Arbeit begonnen, bevor er 1959 mit dem Western „Einer muss dran glauben“ als Regisseur debütierte. Paul Newman spielte darin den Revolverhelden Billy the Kid unheroisch und neurotisch verspielt, und Penn unterstrich diese Attitüde mit von der „Nouvelle Vague“ Frankreichs übernommenen Stilmitteln wie Unschärfen, Jump Cuts und Tonausblendungen.
In der Filmgeschichte war Penn einer der wichtigen Regisseure der 1960er- und 1970er-Jahre, der später mit vielen gescheiterten Projekten und als Stand-by-Regisseur für David Leans unrealisierten „Nostromo“ von sich reden machte. Penn war mit der Schauspielerin Peggy Maurer verheiratet, sein Sohn Matthew ist Schauspieler. Arthur Penn starb nur einen Tag nach seinem 88. Geburtstag.

Quelle: Blickpunkt:Film

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