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„Total Recall“ im Kino

Total Recall

Auch Science Fiction muss zukunftstechnisch nachvollziehbar, zumindest akzeptabel sein, um das Interesse des Zuschauers zu stimulieren. Rufen wir uns Total Recall aus dem Jahr 1990 zurück ins Gedächtnis: Die dort gezeigten Reisen zum Mars sind heute unbemannt realisiert. Im Remake rasen Menschen mit einem gigantischen Lift intraplanetar durch den Erdkern von England nach Australien, und kämpfen dabei auch noch auf der Liftoberfläche – ein Ding der Unmöglichkeit! Spannungsdämpfend wirkt auch, dass Kugeln dem Helden nichts anhaben können, obwohl dauernd volles Rohr auf ihn geschossen wird. Die ständigen Feuergefechte und Verfolgungsjagden wirken irgendwann eher betäubend als aufregend. Während der Originalfilm mit Dialogwitz, Situationskomik, Schwarzeneggers dilettantischem Spiel und oft lachhaften Actionszenen aus heutiger Sicht eine Art B-Picture-Charme ausstrahlt, ist die videospielartige Neuverfilmung mit imposanten futuristischen Kulissen aus dem Computer gewaltdarstellerisch entschärft (statt Menschen werden Roboter verstümmelt), weitgehend humorlos… und überflüssig.

Text: Ralph Umard

Foto: 2012 Sony Pictures Releasing GmbH

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Total Recall“ im Kino in Berlin

Total Recall, USA 2012; Regie: Les Wiseman; Darsteller: Colin Farrell (Quaid/Hauser), Kate Beckinsale (Lori), Jessica Biel (Melina). 118 Minuten.

Kinostart: 23. August

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