Roadmovie

„Tour De France“ im Kino

Männer unterwegs in Frankreich – zum Rappen und zum Malen

Foto: Arsenal Filmverleih

Kaum von seiner Weinreise durch Frankreich in „Saint Amour“ zurückgekehrt, schon ist Frankreichs Großschauspieler Gérard Depardieu wieder auf „Tour de France“.

Diesmal allerdings auf den Spuren des französischen Malers Claude Joseph Vernet, der berühmt für seine großformatigen Ansichten französischer Häfen aus dem18. Jahrhundert ist. Serge, gespielt von Depardieu, will von jedem dieser Hafenbilder am Originalschauplatz eine eigene Version anfertigen. Begleitet wird er dabei von dem jungen Far’Hook. Er ist einer der aufstrebenden Stars der französischen Rap-Szene und muss nach einem lächerlichen Streit Paris verlassen. Sein Produzent, der inzwischen zum Islam konvertierte Sohn von Serge, Bilal, überredet Far’Hook zu dieser Tour. So machen sich der übellaunige Renter und der Rapper an Sohnes statt auf die Reise.

Der Start, nichts anders war zu erwarten, holprig. Dem misstrauischen Alten stören Far’Hooks arabische Wurzeln, dieser möchte endlich als Franzose wahrgenommen werden will. Zügig nähern sich die beiden im Lauf der Reise an, überwinden ihre Vorurteile und werden zu Freunden, zu Vater und Ersatz-Sohn.

Regisseur Rachid Djaïdani erzählt in seinem zweiten Spielfilm ein humanistisches Roadmovie in dem Depardieu sein komisches und der in Frankreich bekannte Rap-Star Sadek sein musikalisches Talent unter Beweis stellen können. Obwohl die Handlung oft vorhersehbar ist und das Ende dramaturgisch völlig absurd wirkt, überzeugt nicht nur die Botschaft, sondern neben den wunderbaren Darstellern eine erfrischend unkonventionelle Kameraführung. Markus Raska

Tour De France F 2016, 95 Min, R: Rachid Djaïdani, D: Gérard Depardieu, Sadek, Louise Grinberg, Start: 2.3.

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