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Traditionskino Babylon vor dem Aus?

Babylon

Wie die Berliner Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe berichtet, hat Tobias Hackel, einer der beiden Betreiber des Babylon-Kinos in Berlin-Mitte, einen Insolvenzantrag gestellt. Es ginge um Verbindlichkeiten in Höhe von 150.000 Euro, die sich auf etwa 100 Gläubiger verteilen. Wie er gegenüber der Berliner Zeitung sagte, sehe er aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Kinos „keine andere Wahl“. Tobias Hackel gehören als Gesellschafter 49 Prozent der „Neues Babylon Berlin GmbH“. Timothy Grossmann, mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter, hat nun die Gelegenheit gegenüber dem Gericht eine Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens zu widerlegen. Dazu muss er 90 Prozent der Außenstände innerhalb von drei Wochen tilgen.
Auch der Berliner Senat wird bei dem Insolvenzantrag die Ohren spitzen: Er fördert das Kino, das zu den bekanntesten Lichtspielhäusern in Berlin gehört, jedes Jahr mit 358.000 Euro.
Das Kino war zuletzt mehrfach in die Schlagzeilen geraten, weil Mehrteilseigner Grossmann die Forderungen seiner Belegschaft nach mehr Lohn und einem Tarifvertrag mit teils harten Bandagen und umstrittenen Aktionen bekämpft. So hatte Grossman das Kino u.a. mit Davidsternen bemalt und mit Plakaten dazu aufgerufen: „Deutsche, wehrt Euch! Kauft nicht im Babylon!“. Die Aktion war von vielen Seiten als geschmacklos kritisiert worden. Bela B. und Thees Uhlmann sagten aufgrund Grossmanns Aktionen im Kino geplante Veranstaltungen ab.

Foto: me_maya / Creative Commons

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