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„Transfer“ im Kino

Transfer

Ein interessanter Science-Fiction-Film aus Deutschland, ohne großen Aufwand, aber mit vielen guten Ideen: Im Angesicht des näherrückenden Todes lässt ein reiches älteres Ehepaar (Hans-Michael Rehberg, Ingrid Andree) seine Persönlichkeiten in die jungen vitalen Körper zweier Schwarzafrikaner (BJ Britt, Regine Nehy) transferieren. Jene haben sich aus finanziellen Gründen auf dieses Arrangement eingelassen – wenn der Geist ihrer neuen „Besitzer“ schläft, dürfen sie für vier Stunden in der Nacht wieder sie selbst sein. Doch natürlich ergeben sich für alle Beteiligten Probleme: medizinische, soziale, zwischenmenschliche. Regisseur Damir Lukacevic erforscht hier Themen wie unterschwelligen Rassismus, neue Formen des Kolonialismus und die alles dominierenden kommerziellen Interessen eines letztlich skrupellos agierenden Konzerns, dem Jeanette Hain als Dr. Menzel ein verführerisch makelloses Gesicht verleiht. Allerdings lässt sich auch nicht verhehlen, dass „Transfer“ vor allem in der Charakterisierung von Männern (aktiv, rebellisch) und Frauen (musisch, verständnisvoll) auf Klischees zurückgreift, deren Infragestellung in dem sonst intelligent gemachten Film sich durchaus gelohnt hätte.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Transfer“ im Kino in Berlin

Transfer, Deutschland 2010; Regie: Damir Lukacevic; Darsteller: Hans-Michael Rehberg (Hermann Goldbeck), Ingrid Andree (Anna Goldbeck), BJ Britt (Apolain); 97 Minuten; FSK 12

Kinostart: 22. September

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