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„Transpapa“ im Kino

Transpapa

Die Situation, in der sich die jugendliche Protagonistin in „Transpapa“ plötzlich findet, ist verworren: Der Vater, den sie jahrelang vermisste, soll von langen Reisen zurück sein. Eine von der Mutter ersonnene Geschichte, wie sich erweist. Tatsächlich lebt der Vater inzwischen als Frau, und als Maren (Luisa Sappelt) den Vater spontan in seiner neuen Existenz in ländlicher Provinz aufsucht, wartet dort eine liebevolle, doch befremdliche Persönlichkeit auf sie. In ihrem Diplomfilm erzählt Sarah Judith Mettke angenehm ruhig von einer außergwöhnlichen Familiengeschichte. Ihren beiden starken Hauptdarstellern – Sappelt und Devid Striesow als interessante, schwebend anmutende Sophie – eröffnet die Jungregisseurin viel Raum für Gesten und Blicke, die oft mehr als Worte von Unsicherheiten und Ängsten erzählen. Einprägsam etwa, wenn Maren auf einem Hochzeitsfest Sophia beim Geigenspiel zuhört und ein leiser Anflug von Stolz über ihr Gesicht weht. In den Nebenfiguren teils etwas flüchtig, erfasst Mettke doch sehr genau das fragile Gefühlsgemenge einer Beziehung, die im Begriff ist, sich neu zu ordnen.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Transpapa“ im Kino in Berlin

Transpapa, Deutschland 2012; Regie: Sarah Judith Mettke; Darsteller: Luisa Sappelt (Maren), Devid Striesow (Sophia), Sandra Borgmann (Ulrike); 90 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 22. November

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