Kino & Stream

Traumberuf Filmemacher

Dreharbeiten

Wie sieht die Sache für junge Leute aus, die gerade nach einem Einstieg suchen? Manche sind schon überraschend weit, wie Stephan Gero Kämpf, 22, der schon fünfzehn Kurzfilme gedreht hat und ab Oktober in Ludwigsburg in Baden-Württemberg Drehbuch studiert. Sein Kurzfilm „Camouflage“ ist gerade beim Festival von Palm Springs eingeladen. Er wird von dort einen „riesigen Stapel Visitenkarten“ mit nach Hause bringen. Seinen Film über ein Coming-Out in der Bundeswehr hat er mangels Filmförderung teils per Crowdfunding finanziert: „Das ist ein aufwendiger Weg, aber auch ein schöner, weil man eine kleine Community um den Film aufbaut.“ Kämpf steht für eine Perspektive, die eigentlich alle, die vom Filmemachen träumen, optimistisch stimmen müsste: „Deutschland fördert die Filmszene wie kaum ein anderes Land“, sagt er.
Damit hat er vermutlich sogar recht, allerdings steht dieser Befund in einem seltsamen Missverhältnis zum Ertrag. Denn es hat manchmal den Eindruck, dass viele nicht so recht glücklich sind mit dem, was aus dieser Förderung am anderen Ende herauskommt. Wenn man dann aber einmal im Detail darauf schaut, erkennt man, dass hierzulande einfach eine riesige Vielfalt an Vorstellungen vom Kino herrscht. Anders als in Frankreich mit seinen ehrwürdigen Traditionen zum Beispiel.
Und viele jüngere Talente finden ihre Vorstellungen vom Kino mehr oder weniger unterwegs. Die Radio-Moderatorin Diana Frankovic lernte auf einer Weltreise in Nepal einen Mönch kennen, der an Depressionen leidet und so gar nicht den Vorstellungen von einem buddhistischen Weisen entspricht. Über diesen Tenzin möchte sie nun einen Dokumentarfilm drehen, wobei sie über ein „documentary feature“ nach englischen Vorbildern und eine gediegene Fernsehreportage für Sender wie ARTE oder 3SAT doch ganz andere Vorstellungen hat: „Ich bin aus der MTV-Generation. Ich habe mehr Musikclips gesehen als Filme und Dokus. Das hat mich geprägt. Heftige, schnelle Schnitte, andere Kameraführung, andere Farbintensitäten, einfach: Think out of the box.“ Einen Teaser gibt es schon, nun ist die Filmbranche („ein Haifischbecken“) dazu aufgefordert, sich zu Frankovics Projekt zu äußern. „Ab jetzt in zwei Jahren läuft der Film“, ist sie sich ganz sicher.

Text: Bert Rebhandl

Foto: C. Rorarius

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Diana Frankovic

Filmschulen:

Die Medienakademie
Bachelor Regie, Kamera . Studienzeit 6 Semester . Kosten 24.900 Euro . diemedienakademie.de

Deutsche Film- und Fernsehakademie?-Berlin
Diplom Regie, Kamera, Produktion, Drehbuch . Studienzeit 3–6 Jahre . Kosten 750–1.500 Euro. dffb.de

DEKRA Hochschule
Bachelor Regie, Kamera, Produktion, Audio, -Postproduktion . Studienzeit 6 Semester . Kosten 23.800 Euro . dekra-hochschule-berlin.de

Filmakademie Kelle
Zertifikat Filmregie, Kamera, Szenenbild und Filmarchitektur . Studienzeit 10 Monate . Kosten 4.200 Euro . filmakademie-kelle.de

Hochschule für Film und Fernsehen – Potsdam
Bachelor Animation, Cinematography, Drehbuch/Dramaturgie, Film- und Fernsehproduktion, Montage, Regie, Schauspiel, Sound, Szenografie . Studienzeit 6–8 Semester . Kosten 1.685–2.245 Euro
Master Filmmusik, Montage, Sound for Picture, -Cinematography, Drehbuch/Dramaturgie, ?Film- und Fernsehproduktion, Regie, Szenografie/?Production Design . Studienzeit 4–6 Semester . Kosten 1.120–1.685 Euro . hff-potsdam.de

Kaskeline ?FilmAkademie
Zertifikat Film . Workshopzeit 3 Monate Vollzeit oder 9 Monate berufsbegleitend . Kosten 2.500/3.500 Euro . kaskeline-filmakademie.de

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