Tragikomödie

„Trouble“ im Kino

Familienfrieden? Maggie und ihr kauziger Bruder kennen nur Trouble

Kinostar

Der Titel „Trouble“ ist Programm. Und wo ließe sich besser streiten oder Ärger machen als innerhalb einer Familie? Vor allem, wenn es um ein strittiges Erbe geht. Maggie Kramer lebt allein auf einer Farm irgendwo in den waldigen Bergen von Vermont. Ihren nichtsnutzigen und etwas verhuschten Bruder Ben, der den Vater bis zu dessen Tod pflegte, hat sie einst für Haus und Land ausgezahlt. Doch plötzlich steht Ben mit dubioser Entourage und Mini-Bagger auf dem Gelände und buddelt ein Loch für ein neu zu errichtendes Haus. Diesen Landraub lässt sich die resolute Maggie nicht gefallen und schießt dem Bruder schlichtweg mit einer Flinte in die Schulter. Der Nachbar Gerry, Freund der Geschwister und seit Jahrzehnten in Maggie verliebt, versucht vergeblich zu schlichten. Der Streit um das Land wird mit harten Bandagen geführt, auch weil Bens Sohn, der ebenso verpeilte wie kleinkriminelle Curt, nun ebenfalls Gefallen an einem möglichen Erbe findet. Als Ben nach Maggies Schuss und einer unerwarteten Komplikation zwischen Leben und Tod liegt, glaubt Curt, dem Schicksal ein wenig auf die Sprünge helfen zu müssen.

Die Theaterautorin Theresa Rebeck, die für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnet, hat in „Trouble“ eine großartige Besetzung, ein interessantes Setting und eine spannende Ausgangsidee vereint. Doch sie weiß im weiteren Verlauf der Geschichte zu wenig mit den kauzigen Figuren und skurrilen Konflikten anzufangen. Die Story entwickelt sich zunehmend zäh, der Humor wirkt etwas bemüht, und die versöhnliche Wende zum Guten erscheint allzu beliebig. Schade um die schön schräge Idee.

Trouble USA 2017, 100 Min., R: Theresa Rebeck, D: Anjelica Huston, Bill Pullman, David Morse, Start: 20.12.

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