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„Troubled Water“ im Kino

Vergebung fällt schwer bei Mord. Erst recht, wenn das Opfer ein kleiner Junge war. Als Thomas ihn aus einer Laune heraus entführt, ahnt man bes­tenfalls, dass dieser Jugendliche in einer schwierigen Phase steckt – mehr nicht. Thomas büßt dafür acht Jahre im Gefängnis, lernt Orgel spielen, wird ein besserer Mensch. Nach der Entlassung findet er als Organist in einer Kirche Arbeit und in der engagierten alleinerziehenden Pfarrerin zunächst eine Mentorin, dann eine Geliebte. Thomas’ Resozialisierung scheint ein Leichtes – bis ihn die Mutter des toten Kindes entdeckt.
„Troubled Water“, der dritte Spielfilm des Norwegers Erik Poppe, seziert in einem faszinierend dichten Plot das Thema Schuld und Vergebung. Geschickt beginnt er mit der Geschichte von Thomas, um in der zweiten Filmhälfte plötzlich die Handlung noch einmal aufzurollen – dieses Mal aus der Sicht der Mutter des Opfers. Schicht um Schicht nähert sich der Film den letzten Minuten jenes toten Jungen, bis ein kathartischer Akt zu Wahrheit und Verständnis führt. Poppe schont hierbei weder den reuigen Täter noch die traumatisierte Mutter.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Troubled Water“ im Kino in Berlin

Troubled Water, Norwegen 2008; R: Erik Poppe; Darsteller: Pеl Sverre Valheim Hagen (Thomas), Ellen Dorrit Petersen (Agnes), Trine Dyrholm (Anna); Farbe, 121 Minuten

Kinostart: 18. März

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