Drama

„Tu nichts Böses“ im Kino

Cesare (Luca Marinelli) und Vittorio (Alessandro Borghi) gehören zu den jungen Wilden Italiens in den 90er-Jahren

Foto: Missing Films

Jeder kennt und fürchtet die chaotischen Freunde. Mit blut­roten Augenringen, ausgebeulten Jeans und jeder Menge Drogen sorgen die beiden 20-Jährigen dafür, dass es in den Vorstädten Roms und Ostias garantiert nicht langweilig wird. Denn „das Leben ist hart, und du musst es auch sein, sonst bleibst du auf der ­Strecke“.
Der Alltag der beiden besteht aus Kriminalität und Kokain. Immerhin hilft dieser exzessive Lebensstil dabei, finanzielle und familiäre Probleme kurzzeitig zu vergessen. Nach zu vielen Pillen fasst Vittorio den Entschluss, sein Schicksal endlich in die Hand zu nehmen. Dann verliebt er sich auch noch in Linda, die bereits einen Sohn hat und clean ist. Cesare dagegen versinkt immer tiefer im Drogensumpf.
Der kurz nach der Fertigstellung des Films verstorbene Regisseur Claudio Caligari entwirft in berauschenden Bildern ein spannendes Porträt wütender Jugendlicher am Rande der Gesellschaft. Die dichte Handlung, die von sekündlich wechselnden Emotionen und dem intensiven Soundtrack Paolo Vivaldis ­begleitet wird, stellt diese frustrierte Generation absolut authentisch dar. Luca ­Marinelli und Alessandro Borghi verkörpern den italienischen Rock’n’Roll so gut, dass man das vergossene Blut, die zusammengerollten Geldscheine und den klebrig-süßen Limoncello förmlich riechen kann.

Non essere cattivo (OT) I 2015, 100 Min., R: Claudio Caligari, D: Luca Mari­nelli, Alessandro Borghi, Silvia D’Amico, Start: 6.4.

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