Historiendrama

„Tulpenfieber“ im Kino

Das grassierende Tulpenfieber lässt einen kalt

Foto: Prokino

Zwischen 1634 bis 1637 herrschte eine Art Goldrausch-Stimmung in den Niederlanden, bei der es um rare Tulpenzwiebeln ging, die bei Versteigerungen wahnwitzige Preise erzielten – bis die Spekulationsblase platzte. Jenes ­Phänomen bildet den historischen Hintergrund für diesen üppig ausgestatteten, altbacken ­inszenierten Kostümfilm, nach dem gleich­namigen Roman von Deborah Moggach.

Ein reicher Gewürzhändler reifen Alters erwirbt ein im Kloster lebendes Waisenmädchen, das ihm einen Stammhalter gebären soll. Im Laufe der Zeit entwickelt der Geschäftsmann zärt­liche Gefühle für seine junge Gattin, die heimlich eine leidenschaftliche Afäre mit einem mittellosen Maler in ihrem Alter unterhält.

Das sorgt für Komplikationen, aber kaum für emotionale Anteilnahme beim Zuschauer. Die Charakterzeichnung der Figuren ist diffus, die szenische Montage zerfahren. Christoph Waltz als Patrizier mit wagenradgroßer Halskrause agiert ausstrahlungsarm, auch Judi Dench kann ihrer Nebenrolle als Äbtissin nicht wirklich ein Profil geben. Für etwas Komik sorgt ein selbsternannter Experte in Sachen „weiblicher Mysterien“, und die 1988 in Göteborg geborene Alicia Vikander transportiert gekonnt und ohne Scheu vor Nacktszenen die wechselnden Stimmungslagen der liebreizenden Hauptfigur. In ihrer Kino-Karriere hat die Schwedin schauspielerische Wandlungsfähigkeit bewiesen, im kommenden Frühjahr wird sie als Actionheldin Lara Croft zu sehen sein.

Tulip Fever (OT) GB/USA 2016, 105 Min., R: Justin Chadwick, D: Alicia Vikander, Christoph Waltz, Dane DeHaan, Judi Dench, Cara Delevingne, Zach Galifianakis, Start: 24.8.

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