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Türkische Filmwoche Berlin 2010

takiyeIn den letzten Jahren hat sich am Bosporus eine Filmindustrie entwickelt, in deren Fahrwasser der schon immer prestigeträchtige türkische Autorenfilm neue Chancen bekommt. Das türkische Arthauskino steht auf internationalen Festivals im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wie nicht zuletzt der „Goldene Bär“ für Semih Kaplano?lus „Honig„(Bal) auf der letzten Berlinale zeigt.

Zum nunmehr 8. Mal zeigt die Türkische Filmwoche Berlin eine Mischung aus Komödie, Drama und Tragödie, zeigt, wie sich türkische Filmemacher ihrem Land zwischen Unterhaltung, Autorenkino und politischem Film nähern. Eröffnet wird das Festival am 3. Juni um 20 Uhr im Cinйma Paris von Klaus Wowereit, der in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen hat. Als Eröffnungsfilm läuft die deutsch-türkische Koproduktion „Takije – Im Gottes Namen„.

Dieses Jahr stehen persönliche Geschichten im Vordergrund, die von verbotenen Liebschaften, Freundschaften, kleinen Sehnsüchten, großen Träumen und anderen Herzenssachen berichten. Vor dem Hintergrund kontrovers diskutierter Fragen nach religiösen, ethnischen und sozialen Identitäten geht es um die Details zwischenmenschlichen Miteinanders, oft unterfüttert von subtiler Ironie, manchmal auch burleskem Witz, manchmal kühler Analyse.

Gezeigt werden insgesamt 17 Filme. „Der Falsche Rosenkreuzer“ (Uzak Ihtimal) erzählt die heimliche Liebe des Muezzins Musa zu der katholischen Krankenschwester Clara. „Frag’Dein Herz“ (Yürgegine Sor) die im späten 19. Jahrhundert angesiedelte Liebesgeschichte zwischen Esma und Mustafa, der seinen christlichen Glauben heimlich ausübt, spielt vor der dramatischen Landschaftskulisse der Bergmassive an der Schwarzmeerküste. Wieder in die Gegenwart führt „Liebe in einer anderen Sprache“ (Baska Dilde Ask), in dem der taubstumme Onur und die Call Center-Telefonistin Zeynep ein ungleiches Paar bilden.


Türkische Filmwoche Berlin
Cinema Paris, Broadway, Babylon;

3. bis 12. Juni, www.tuerkischefilmwoche-berlin.de

 

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