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TV- Serie: „Bube, Dame, König, grAs“

Mit der Low-Budget-Produktion „Lock, Stock and Two Smoking Barrels“ (Bube, Dame, König, Gras) gelang Guy Ritchie 1998 der Durchbruch und zugleich ein innovativer Beitrag zum damals arg schwächelnden Genre des britischen Gangsterfilms. Die im Jahr 2000 entstandene Fernsehserie „Lock, Stock…“ versuchte an den enormen Erfolg des Films anzuknüpfen, brachte es aber nur auf sieben Folgen. Zwei dieser Folgen betreute Richie als ausführender Produzent, und zur ersten schrieb er auch das Drehbuch; seine praktische Beteiligung an dem Unterfangen kann man also nicht unbedingt maßgeblich nennen. Jedoch ist Ritchie eindeutig der geistige Vater dieser schmutzigen, zynischen und brutalen Serie, die weder vor dem Geschmacklosen noch vor dem Peinlichen zurückschreckt und die das Krawallöse zum Stilprinzip erhebt. Im Mittelpunkt stehen vier Schmalspurganoven, die ebenso regelmäßig wie unwillentlich dem bösen Obergangster Miami Vice in die Quere kommen und sodann alle Hände voll damit zu tun haben, ihre Hälse zu retten. Die angerührte Mischung aus fiesen Karikaturen, abstrusen Situationen, dummdreistem Aktionismus und Turbo-Gewalt ist toxisch. Freunde von Ritchies Hochgeschwindigkeitskino werden ihre Freude haben, andere sich mit Grausen wenden.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: zwiespältig

Bube, Dame, König, Gras (Lock, Stock…), Großbritannien/Belgien 2000, Regie: Diverse; TV-Serie, 7 Episoden, Gesamtlauflänge: 390 Minuten; erschienen bei Universum Film

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