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U3000 im Musik&Frieden

U3000

Diskurspop? Eher nicht. Auch wenn so manches Musikmagazin die vier Hannoveraner unter eben jenem Etikett einsortiert hat. Dabei verdeutlichte bereits die Durchbruchsingle „Galaxie“: U3000 stehen eher auf Kitsch, Künstlichkeit und große Geste statt auf grüblerische, (pseudo-) intellektuelle Texte. „Ich werd’ mich nie gegen Liebe wehr’n“ heißt es im Refrain, gefolgt von einem eindringlich krakelten „Wohooo“. Dennoch wäre es falsch, die Band nur als einen weiteren Vertreter der aktuellen Deutschpop-Welle zu bezeichnen. Durch den lakonischen Doppelgesang, ihre punkige Laissez-Faire-Attitüde und die prickelnden 90er-Jahre-Synthies stechen sie durchaus aus der Masse hervor. Das Ergebnis lässt sich stilistisch als eine durch den heutigen Elektro informierte Neue Deutsche Welle bezeichnen. Die Lyrics sind ähnlich leicht und cool. Aufgrund ihres assoziativen Charakters ist es quasi dem Hörer selbst überlassen, wie tiefgründig er sie werden lässt. U3000 geben lediglich Denkanstöße. So beschreibt der Song „Gewinner“ entweder einfach nur eine Alltagsszene im Freibad, bei der die Kleinen die Großen für ihren Mut bewundern, vom Fünf-Meter-Brett zu springen, oder aber man sieht in ihm ein Credo für alle Mutigen, Unerschrockenen, die bereit sind, etwas zu riskieren. Die fanfarenartigen Bläser suggerieren auf jeden Fall: Hier geht es um etwas Größeres.

Text: Henrike Möller

Foto: Tim Bruening

U3000, Musik & Frieden, Falckensteinstraße 47, Kreuzberg, Mo 7.12., 21 Uhr, VVK: 12 Euro zzgl. Gebühr

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