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Über die Produktion von „The Dark Knight Rises“

The Dark Knight Rises

„Ich kann jetzt endlich offiziell zugeben, dass ich hundemüde bin und mich künftig nur noch aus der Distanz mit Bruce Wayne beschäftigen möchte“, ergänzt Christian Bale, der in Hardy einen Extremisten im Geiste gefunden hat. Und einen überlegenen Gegner auf der Leinwand. Das Zusammentreffen mit Bane, der wie ein Revolutionsführer mit seinen Horden in die Stadt fällt, kann mit einer Katharsis des viel strapazierten schwarzen Ritters enden – aber auch mit seinem Opfer.
Nolan ist alles zuzutrauen. Mehrfach gab er zu Protokoll, dass er Batman mit „The Dark Knight Rises“ endgültig hinter sich lassen werde. Auch Bale hat sein Cape an den Nagel gehängt – „ein bittersüßer Moment, doch ich werde noch Jahre brauchen, um die Serie nüchtern und mit Abstand sehen zu können“. Niemand von Nolans Personal zweifelt daran, dass selbst ein schmerzhafter Abschied von der Figur die einzig logische Entscheidung für einen Filmemacher ist, der vorzugsweise arbeitet wie ein Illusionist.
„Es ist ja nicht so“, gibt Emma Thomas zu bedenken, „als ob er sich das Beste für den Schluss aufgespart hätte. Wir steckten alles in die ersten Filme, was in unseren Möglichkeiten stand, und erst als er genug wirklich originäre Ideen hatte, wurde ‚The Dark Knight Rises‘ Realität. Doch mehr geht nicht – er hat noch zu viele Ideen, um sich auf die Ecke des Superhelden-Spezialisten festzulegen.“
Christopher Nolan, das ist oft konstatiert worden, hat das Genre spätestens mit „The Dark Knight“ geöffnet für profunde Themen und pathologische Neurotiker. Aber ist das eine gesunde Entwicklung? Dummerweise ist er auf weiter Flur der Einzige geblieben, dem man zutraut, über die Grenzen der Comicwelt hinauszublicken und einen persönlichen, gar pessimistischen Standpunkt zu vertreten.
Dem Film „The Dark Knight Rises“ gilt in den USA schon im Vorfeld der erfolgreichste Start aller Zeiten als sicher, seit Monaten fiebert das Netz dem Event entgegen und Nolans Informationssperre macht das kollektive Gefühl nur noch prickelnder, ein Werk tatsächlich mal wieder zu erwarten. Man weiß, dass er auf 3D pfeift und lieber so visuell für das spektakuläre IMAX-Format inszeniert hat wie kein Hollywood-Regisseur zuvor. Dass er digitale Effekte extrem widerwillig einsetzt und sensationelle Schauspieler Schlange stehen hat, die über ihn sprechen wie über ein geliebtes Familienmitglied.
Was man allerdings nach einer knappen Stunde mit Marion Cotillard und Co. noch immer nicht weiß, das ist zum Beispiel die Kleinigkeit, wen die französische Schauspielerin überhaupt spielt in „The Dark Knight Rises“. Traumwandlerisch sicher enden alle Antworten genau dann, wenn echte Informationen zu Plot und Figuren drohen. Als stünde Nolan im Nebenzimmer und lenkte die Geschicke seiner Leute. Unsichtbar. Wie ein Magier, der absolut sicher sein muss, dass niemand seinen größten Trick verrät – bevor sich endlich der Vorhang öffnet.

Text: Roland Huschke

Fotos: Ron Phillips /2012 Warner Bros. Entertainment Inc. and Legendary Pictures Funding LLC

The Dark Knight Rises, USA/Großbritannien 2012; Regie: Christopher Nolan; Darsteller: Christian Bale (Bruce Wayne/Batman), Gary Oldman (Commissioner Jim Gordon), Tom Hardy (Bane); 164 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 26. Juli

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