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„Über uns das All“ im Kino

Über uns das All

Mit Paul war für Martha alles perfekt: das Lachen, der Sex, die Zukunft. Er, ein frisch promovierter Arzt, sie Lehrerin, beide jung und voller Tatendrang. Von Köln sollte es beruflich nach Marseille gehen. Doch während Martha die Koffer packt, haucht Paul in Frankreich sein Leben aus. Freitod, sagt die Polizei. Martha weigert sich, den Verlust zu akzeptieren. Sie spürt Paul nach und entdeckt, dass er sie seit Jahren belogen hat. Für Martha hatte er eine Scheinexistenz massgeschneidert. Beeindruckend, wie Sandra Hüller diese Martha spielt, ihr Heiterkeit, Wut und Eigensinn verleiht. Denn Martha will und kann die Vertrautheit ihrer Beziehung zu Paul nicht beenden, und plötzlich findet sich einer, der die ungewohnte Leere füllt. Alexander, Geschichtsdozent, bereit für eine schräge Frau wie sie. „Über uns das All“ heißt das erfrischende Spielfilmdebüt von Jan Schomburg. Es plädiert für den individuellen Umgang mit Ängsten und Trauer, den jede/r für sich entdecken muss. Ein außergewöhnlich schöner und verblüffender Liebesfilm.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: RealFiction Filmverleih

tip-Bewertung: Herausragend

Orte und Zeiten: „Über uns das All“ im Kino in Berlin

Über uns das All, Deutschland 2011; Regie: Jan Schomburg; Darsteller: Sandra Hüller (Martha Sabel), Georg Friedrich (Alexander Runge), Felix Knopp (Paul Sabel); 90 Minuten; FSK 12

Kinostart: 15. September

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