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Animationsfilm

„Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper“ im Kino

Vergnüglicher Vogelfilm mit drastischen Konflikten

Foto: Wild Bunch Germany

Jahreszeitlich betrachtet, liegt der Animationsfilm „Überflieger“ nicht im Trend. Statt um „Alle Vögel sind schon da“ geht es nämlich um den Abflug: die große herbstliche Reise der Zugvögel gen Süden. Ein besonderes Problem hat dabei Richard, ein von Störchen aufgezogener verwaister Spatz. Denn ihm hat bislang noch niemand gesagt, dass er gar kein Storch ist und auf die Reise nach Afrika nicht mit darf. Und als die Wahrheit ans Licht kommt, mag Richard es einfach nicht glauben. Er macht sich allein auf den Weg und trifft zwei Gefährten, deren Realitätsbezug auch eher dünn ist: die Zwergeule Olga, die sich unentwegt mit einem imaginären Oleg unterhält, und den Wellensittich Kiki, der sich für ein unwiderstehliches Showtalent hält.

Die Figuren dieses Vogelabenteuers sind ebenso ungewöhnlich wie charmant und witzig, was man über den Aufbau des Drehbuchs allerdings so nicht sagen kann: Es bleibt ein Rätsel, warum Autoren und Produzenten von Stoffen für den jüngeren Zuschauernachwuchs glauben, dass man die Filmprotagonisten am besten von einer potenziell tödlichen Gefahr in die nächste schickt. Dass natürlich auch die Geschichte um die drei Freunde gut ausgeht, liegt ja noch jenseits des Erfahrungshorizonts von kleinen Kindern. Das müsste so nicht sein: Spannung kann man auch erzeugen, ohne dass es immer gleich ums Ganze geht. Lars Penning

Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper D/B/LUX/N 2017, 85 Min., R: Toby Genkel und Reza Memari

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