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„Umrika“ im Kino

Umrika

Die 80er Jahre im indischen Dorf Jitvapur: Trifft die Post ein, kommen alle zusammen. Denn manchmal ist ein Brief aus Umrika dabei, Hindi für Amerika, gesendet von Udai, dem ältesten Sohn einer Familie, der es dort offenbar zu etwas gebracht hat. Die sorgfältig mit Bildern illustrierten Botschaften künden von einem sagenhaften Land, und jede von ihnen bietet Gesprächsstoff für Wochen. Dann bleibt die Post aus. Und Udais jüngerer Bruder Ramakant beschließt, es dem Idol gleichzutun. Auch der Mutter wegen, um deren Liebe Ramakant seit jeher ringt.
Prashant Nair, selbst ein Weltenbürger, erforscht in seinem Film Ursprünge von Emigration und stößt dabei wie selbstverständlich auf kulturelle Projektionen, die ebenso verunsichern wie antreiben – und die in letzter Konsequenz auch auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden müssen. Das ist ein recht vollständiger Bogen, den Nair hier unterhaltsam und plastisch auf die Leinwand gebracht hat.

Text: Carolin Weidner

Foto: ASCOT ELITE Entertainment Group / CAMINO Filmverleih

Orte und Zeiten: „Umrika“ im Kino in Berlin

Umrika, Indien 2015; Regie: Prashant Nair; Darsteller: Suraj Sharma (Ramakant), Tony Revolori (Lalu), Prateik Babbar (Udai); 105 Minuten

Kinostart: Do, 19. November 2015

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