Drama

„Una und Ray“ im Kino

Es kommt vor, dass sich pubertäre Mädchen in erwachsene Männer, besonders Lehrer, verknallen – meist ohne Folgen. Anders bei Una und Ray, die sich ernsthaft verlieben und dafür büßen.

Foto: Weltkino Nicola Dove

Er muss für vier Jahre ins ­Gefängnis, bei der 13-Jährigen führt das ­Erlebnis zu einer schweren Neurose. Als Una, nun Ende 20, Ray an seinem Arbeitsplatz überrascht, kommt es zu einer existenzbedrohenden Katharsis.
Das auf dem Theaterstück „Blackbird“ von David Harrower basierende, stilisierend in Szene gesetzte Psychodrama fesselt durch Rooney Maras intensive Charakterdarstellung einer zerrissenen Persönlichkeit und den unvorhersehbaren Handlungs­verlauf. Rückblenden zeigen schlaglichtartig Momentaufnahmen der verbotenen ­Liebesaffäre. Hautnahe Porträts wechseln mit stimmungsvollen Totalen: Die junge Una (Ruby Stokes) verträumt unter einem Baum sitzend, das trostlose Innere eines Lagergebäudes. Der beklemmende Film wirft Fragen auf, ohne moralisch Stellung zu beziehen, das bleibt dem Zuschauer überlassen. Am Ende ist das Schicksal von Una und Ray, wie das unsere im realen Leben, ungewiss.

UNA (OT) USA/GB/CAN 2016, 94 Min., R: Benedict Andrews; D: Rooney Mara, Ben Mendesohn, Riz Ahmed, Start: 23.3.

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