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„Unbedacht“ von Lars Penning

Lars Penning

Anlass ist die Anzeige eines Hamburger Rechtswissenschaftlers aufgrund einiger Bemerkungen Schweigers in einer Talkshow.
Dort hatte dieser sinngemäß geäußert, man könne die Demonstranten gegen ein geplantes Flüchtlingsheim im sächsischen Freital doch einfach mal für eine Nacht in den Knast stecken, ?auf dass sie dort ihre fremdenfeindliche Haltung überdenken könnten.
Da man jedoch wohl kaum davon ausgehen kann, dass Schweiger tatsächlich dazu aufgerufen hat, einige tausend Leute einfach aufgrund ihrer politischen Haltung ins Gefängnis zu stecken, dürften die Ermittlungen vermutlich im Sande verlaufen.
Trotzdem ist der Vorgang irgendwie typisch: Für sein ehrliches Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und für Flüchtlinge gebührt Til Schweiger eigentlich unser aller Respekt. Doch den bekommt er nicht – unter anderem, weil er sich auch immer wieder selbst im Weg steht: mit hitzköpfigem Temperament, manchmal unbedachten Aus­sagen und der leicht paranoiden Vorstellung, er sei grundsätzlich von Feinden und Neidern um­zingelt.
So macht er sich dann tatsächlich Feinde – und zwar nicht nur jene rechtslastigen Widerlinge, die ihn zurzeit anonym im Internet anpöbeln. Dabei hätte Schweiger sowohl aufgrund seiner großen Erfolge als auch wegen seiner integren Haltung doch allen Grund zu einer souveränen Haltung. Aber die besitzt er einfach nicht. Schade.

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