Kommentar

„Und raus bist du“ von Bert Rebhandl

Der Februar ist eigentlich ein ­idealer Termin für die Berlinale. Ich meine das jetzt im weitesten Sinne biorhythmisch

Es sind die Tage des zunehmenden Lichts, man bekommt gelegentlich schon eine Ahnung, dass man ­irgendwann auch wieder nicht mehr im Dunkeln von der Arbeit nach Hause kommen wird. Leib und Seele merken auf, die ­Träume werden bunter, und nun sollen wir täglich sechs, acht, ja manchmal wirklich zehn Stunden ins Kino? Eigentlich ein totales Unding.
Aber überlegen wir uns die Sache einmal anders herum. Früher war die Berlinale im Juni, also saisonal direkt am Lichtmaximum. Die Nacht dauert im Juni kaum länger als ein durchschnittlicher Film von Bela Tarr. Die restlichen Stunden verbringt man in einer milden Trance, immer wieder der naiven Hoffnung hingegeben, dass der kommende Sommer der längste aller Zeiten werden ­könnte. In so einer Situation zehn Stunden täglich Kino? Nein, nein, das passt schon mit dem ­Februar. Auch der vierte thermodynamische Hauptsatz spricht dafür: Drinnen ist schwierig, wenn es draußen wärmer ist. Im Februar ist es drinnen wärmer. Das ist gut, solange man drinnen ist. Wenn man dann raus muss, hilft auch diese Kolumne nicht mehr weiter.

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