Kinderdrama

„Fridas Sommer“ im Kino

Sensibles Drama um die Gefühle ­einer Sechsjährigen: „Fridas Sommer“

„Ich wusste nicht, dass man heute noch an einer Lungenentzündung sterben kann“, plappert die Fleischhauerin, und eine Kundin antwortet: „Vielleicht war es ja auch etwas anderes.“ Dass die sechsjährige Frida dabei im Laden und steht, und alles mithört, das kümmert die Leute nicht. Kinder sind da, aber sie verstehen nichts.
Ein Irrtum, wie Carla Simón in ihrem Film „Fridas Sommer“ deutlich macht. Die Frau, die an einer Lungenentzündung oder etwas anderem gestorben ist, war die Mutter von Frida. Und das Mädchen lebt nun – es ist der Sommer des Jahres 1993 – mit dem Onkel, dessen Frau und deren Tochter Anna in einem wunderschön gelegenen, einsamen Hof irgendwo im Norden von Katalanien. Manchmal kommen die Großeltern und andere Verwandte zu Besuch. Anfangs muss Frida auch noch mehrmals zum Arzt, irgendwann ist diese Zeit der Ungewissheit und des „Stechens mit Nadeln“ auch vorbei.
Man kann sich denken, was es mit dem Tod der Mutter von Frida auf sich hatte. Man kann sich überhaupt eine Menge denken, denn ­Carla Simón belässt in „Fridas Sommer“ vieles in einem Stadium der Andeutung, und konzentriert sich ganz auf die großartige Hauptdarstellerin: Laia Artigas hat alle Qualitäten eines Filmstars – dabei tut sie nicht viel mehr, als uns mit einem Kind vertraut zu machen, das zwischen Ungewissheit und (neuer) Vertrautheit mit dem Leben viele Gefühlsschwankungen durchmacht. „Fridas Sommer“ ist ein hochsensibler Kinderfilm für alle Altersgruppen.

Estiu 1993 (OT) E 2017, 98 Min., R: Carla Simón, D: Laia Artigas, Paula Robles, David Verdaguer, Start: 26.7.

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