Thriller

„Unsane“ im Kino

Verzerrt: Mit „Unsane“ liefert Steven Soderbergh spannende Actionkost

Fingerprint Releasing/ Bleecker Street

Nach Sean Bakers „Tangerine L.A.“ (2015) ist „Unsane“ jetzt der zweite Spielfilm, der komplett mit einem iPhone (für Interessierte: ein iPhone 7plus, mit der App FiLMiC Pro und in 4K-Auflösung) gedreht wurde. Regisseur ­Steven Soderbergh, der sich gerne als Hollywood-Rebell inszeniert und erfreulicherweise Experimenten nie abgeneigt ist, hat damit vor allem eines bewiesen: dass es funktioniert. Denn tatsächlich sieht der Film eher unspektakulär aus, und nur Experten dürften den Unterschied zu einem mit herkömmlicher Optik aufgenommenen Film wirklich bemerken.
Nun ist „Unsane“ allerdings auch kein Remake von „Lawrence von Arabien“, sondern ein ­kleiner Genrefilm, in dem leicht verzerrte Perspektiven kein Fehler, sondern Mittel der Wahl sind: ein intimer Thriller, der überwiegend in einer psychiatrischen Klinik spielt.

Soderbergh erzählt die Geschichte der jungen Sawyer Valentino (Claire Foy), die sich mit einer Unterschrift unbeabsichtigt selbst in die Klinik einweist, deren Geschäftsmodell darin besteht, die Patienten solange da zu behalten, bis die Versicherung nicht mehr zahlt. Dort begegnet Sawyer ihrem Albtraum: dem Stalker David, der für ihre psychischen Probleme verantwortlich ist und nun als Pfleger arbeitet. Eine Weile hält der Film die Frage im Unklaren, inwieweit sich die junge Frau das alles nur einbildet, doch mit fortschreitender Handlung wird der Horror immer handfester. Das ist im Rahmen des Genres äußerst effektiv inszeniert – und das Trara um das iPhone-Gefilme wird man schon bald vergessen haben.

Unsane USA 2018, 97 Min., R: Steven Soderbergh, D: Claire Foy, Jay Pharoah, Joshua Leonard, Start: 29.3.

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