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„The Unseen Seen“ im Museum für Film und Fernsehen

The Unseen Seen

Das Kino ist ein Medium der Sichtbarkeit, das auf einem unsichtbaren Apparat beruht. An dieser Spannung haben sich Generationen von Filmtheoretikern abgearbeitet, und sie gewinnt nun, wo der unsichtbare Apparat immaterielle Inhalte zugänglich macht, noch einmal zusätzlich an Bedeutung. Das Projekt „The Unseen Seen“ von Reiner Riedler reagiert auf originelle Weise auf den Medienwechsel. Der österreichische Fotograf nimmt Filmrollen auf, also das herkömmliche Trägermaterial der Filmbilder, und zwar so, wie sie gewöhnlich gelagert werden, also aufgespult und so, dass die Bildkader gerade nicht zu sehen sind. Durch Beleuchtung holt Riedler aus den Rollen eine ästhetische Qualität heraus, die sie zu Objekten eigenen Rechts werden lässt; zumindest als fotografischer Gegenstand werden sie gegenüber ihrer Trägerfunktion für chemische Information autonom und bekommen – wie in dem Bild links eine Rolle aus Christian Petzolds „Gespenster“ – eine geradezu leuchtende Aura. Wer bei dieser  Ausstellung das Gefühl bekommt, dem Kino ins Auge zu sehen, liegt so falsch nicht.

Text: Bert Rebhandl

The Unseen Seen. Film in neuem Licht. ?Eine Ausstellung von Fotografien von Reiner Riedler im Museum für Film und Fernsehen, Potsdamer Platz, 23. Januar bis 27. April

www.deutsche-kinemathek.de

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