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Science Fiction

„Valerian und die Stadt der tausend Planeten“ im Kino

Mit Jean-Claude Mézières, dem Schöpfer des französischen Comics „Valérian et Laureline“, hatte Luc Besson bereits bei „Das fünfte Element“ zu tun. Es hat aber eine Weile gedauert, bis der französische Blockbuster-Regisseur („Leon, der Profi“) sich an diesen ausufernden Science-Fiction-Stoff getraut hat, bei dem Parallelen zu „Star Wars“ von George Lucas auf der Hand liegen – die Unterschiede sind aber natürlich auch gewaltig

Foto: Universum

Die Adaption mit Dane DeHaan in der Rolle des „raumzeitlichen“ Agenten Valerian und Cara Delevingne in der seiner Partnerin Laureline kann sich mit der amerikanischen Weltraumsaga in Ansätzen auf jeden Fall schon einmal messen – ob es à la longue auch für ein „ewiges“ Franchise reicht, wird man dann sehen.

Die Besetzung ist jedenfalls schon einmal ein Coup, die Chemie zwischen DeHaan und Delevingne ist so stark, dass sie so sogar einen eher mühsamen Running Gag über ein hartnäckiges Brautwerben von Valerian aushält. Warum der kosmische Charmeur bei Laureline von Beginn an auf Zweisamkeit pocht, kommt zuerst einmal ein wenig unvermittelt. Aber es braucht sowieso ein wenig, bis man sich in dieses Abenteuer eingefunden hat. Ein Prolog auf einem Paradiesplaneten mit ätherischen Wesen lässt jedenfalls erst einmal Schlimmes erwarten, doch dann stellt sich allmählich ein lockerer Ton ein, und schon die erste große Aktionsnummer, bei der Valerian und Laureline einen gigantischen Marktplatz aufmischen, hat einige sehr hübsche Pointen – vor allem, wie Besson die computeranimierten Szenen durch einen erzählerischen Trick in ihrer Virtualität noch hervorhebt, das ist schon einigermaßen vif, und macht auch einen kleinen, wichtigen Unterschied zu dem großen Konkurrenzunternehmen aus Amerika.

Gegen Ende hin muss Besson dann fast schon wider Willen, wie es scheint, doch noch ein paar Pflichtfeuerwerke abbrennen, eine eigentlich müßige Übung in einem Film, der ja gerade die dunkle Macht der Genrekonventionen durch Esprit und Ironie aufwiegen möchte. Dass zum Beispiel das kosmische Gleichgewicht von einem hässlichen Echsenwesen abhängt, das Perlen scheißt, ist im Grunde in sich schon eine so subversive Idee, dass sie kaum durch Detonationen aufzuwiegen ist. Besson versucht sich dann aber doch an der auch kommerziell besten aller möglichen Welten, und so bleiben ein paar radikalere Ideen eben auf der Strecke. Bert Rebhandl

Valerian and the City of a Thousand Planets (OT) F 2017, 137 Min., R: Luc Besson, D: Dane DeHaan, Cara Delevingne, Clive Owen, Rihanna, Ethan Hawke, Start: 20.7.

Lesen Sie auch das Interview mit dem Regisseur von „Valerian und die Stadt der tausend Planeten“ Luc Besson

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