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Varda par Agnès: Eine assoziative, zugleich kurzweilige Reise durch die Filme der großen Agnès Varda

Agnes Varda (1928 bis 2019), gelernte Fotografin, Installationskünstlerin und Wegbereiterin der Nouvelle Vague, gibt sie Einblicke in ihr Schaffen und illustriert ihre künstlerischen Visionen und Ideen mit Ausschnitten aus dem eigenen Werk

Film Kino Text

„Varda par Agnès“ ist das Vermächtnis der im März letzten Jahres mit 90 Jahren verstorbenen Filmemacherin und Fotografin Agnès Varda: eine mit Filmausschnitten bebilderte Vorlesung in Form einer unterhaltsamen Regie-Masterclass. Die Regisseurin sitzt dazu auf verschiedenen Bühnen vor Publikum und erläutert mit viel charmantem Witz assoziativ die Themen und Ideen, die ihrer Arbeit an den sich verwischenden Grenzen zwischen Spiel-, Dokumentarfilm und Essay zugrunde liegen: Feminismus, undogmatische linke Politik und ein sich nie erschöpfendes Interesse an anderen Leuten.

Am Beispiel ihres wohl bekanntesten Spielfilms „Mittwoch von 5 bis 7“ (1962, der quasi in Realzeit die Erlebnisse einer Sängerin während jener zwei Stunden verfolgt, die sie auf das Ergebnis einer Gewebeuntersuchung warten muss), erläutert die Regisseurin subjektive und objektive Zeit im Film, und mit der Schauspielerin Sandrine Bonnaire erörtert sie mitten auf einem Feld Sinn und Zweck der Kamerafahrten in „Vogelfrei“ (1985). In Dokumentarfilmen hat Varda mal einfach die Nachbarn gefilmt (wie etwa in „Daguerrotypes“, 1976). Nie erschien ihr etwas als zu banal – nicht zuletzt, weil sie den Leuten stets mit viel Empathie begegnete. Sich selbst hat Varda dabei nie so besonders wichtig genommen,nentsprechend wird diese Sammlerin von Bildern und Erinnerungen in Erinnerung bleiben: gewitzt, fantasievoll und den Menschen zugewandt.

Varda par Agnès F 2018, 115 Min., R: Agnès Varda, Start: 6.2.

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