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„Verliebt ins Leben“ im Kino

Verliebt_ins_Leben„Der Tod ist keine Lösung“, sagt Nicholas Ray irgendwann einmal in dem Dokumentarfilm, den Wim Wenders 1979 über den großen Hollywood-Regisseur drehte. Doch wie lebt man, wenn man den eigenen Tod vor Augen hat? Bei dem Musikkomödianten Christoph Janz zerstört ein Tumor seinen Gaumen. Von einem verschwollenen Gesicht über Lähmungen der Zunge bis zur künstlichen Gaumenplatte reicht sein körperliches Martyrium, das ihn nicht davon abhält, immer noch aufzutreten. Man sieht es ihm nicht an. Für seine Frau Christiane Seitter, eine Flamencotänzerin, wird der Druck von Monat zu Monat größer. Wie umgehen mit der Erkrankung, was bringt die Zukunft, was ist von dem Leben geblieben, das sie sich mit ihrer Familie einmal gewünscht hat? In ihrem Dokumentarfilm begleitet Jacqueline Görgen die Familie und findet eher Fragen als Antworten. Was bleibt vom Leben, wenn für die gemeinsame Zukunft nur noch wenig Zeit bleibt? Der Verzicht auf eine dramatische Zuspitzung und schnelle Antworten zeichnet ihre bewegende Dokumentation aus.

Text: Nicolaus Schröder

tip-Beqwertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Verliebt ins Leben“ im Kino in Berlin

Verliebt ins Leben Deutschland 2009; Regie: Jacqueline Görgen; 95 Minuten

Kinostart: 7. Oktober  

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