Kino & Stream

Vincente Minnelli-Filmreihe im Arsenal

Ein Amerikaner in Paris

Im Verlauf der Dreharbeiten von „Ein Amerikaner in Paris“ (Foto) trennte sich Regisseur Vincente Minnelli von seinem Kameramann Alfred Gilks: Stur hatte dieser den Wunsch des Regisseurs nach einer differenzierten Lichtsetzung ignoriert und die Sets förmlich mit Licht übergossen. Für das große Schlussballett des Films suchte sich Minnelli deshalb einen Kameramann des anderen Extrems: Film-noir-Spezialist John Alton. Sofort polarisierte er mit seinen Entscheidungen, Tänzer im Gegenlicht zu silhouettieren oder farbiges Licht zu verwenden, das Produktionsteam: Während sich Minnelli begeistert zeigte, waren Art Director Preston Ames und die Kostümdesignerin Irene Sharaff von der Vorstellung, ihre Arbeit hinter farbigen Nebelschwaden verschwinden zu sehen, wenig angetan. Doch Alton setzte sich durch – und gewann den Oscar. Eine umfangreiche Minnelli-Hommage im Arsenal-Kino zeigt jetzt nicht nur die berühmten Musicals (neben dem „Amerikaner“: „The Band Wagon“, „Brigadoon“, „Gigi“) des Meisters, sondern auch eine Reihe seiner nicht minder sehenswerten Melodramen (u.a. „The Bad and the Beautiful“, „Some Came Running“, „Two Weeks in Another Town“).

Text: Lars Penning

Vincente Minnelli – The World Is a Stage, Filmreihe im Arsenal, Fr 17. Dezember bis So. 16. Januar

www.arsenal-berlin.de

Mehr über Cookies erfahren