Kommentar

„Volljährig“ von Bert Rebhandl

Bert Rebhandl

Bei der Europameisterschaft lief gerade das Spiel Schweiz gegen Rumänien, als sich neulich im Prater an der Kastanienallee eine lockere Gruppe von Leuten zum Feiern zusammenfand: Die Filmzeitschrift Revolver hatte anlässlich ihres 18. Geburtstags eingeladen.
Das Besondere an diesem in einem sehr kleinen Taschenbuchformat erscheinenden Periodikum (zwei Ausgaben kommen pro Jahr heraus) ist, dass die Herausgeber auch selber Filme machen: Christoph Hochhäusler, Nicolas Wackerbarth, Franz Müller, Benjamin Heisenberg, Marcus Seibert und Saskia Walker bilden das Kollektiv. Hochhäusler erzählte von einem Besuch bei Lars von Trier im Jahr 1998 – alle Projekte habe ihre Gründungsmythologien. Bis heute sind lange Interviews ein wichtiger Teil der Revolver-Ausgaben. Zeitschriften bilden immer auch Felder aus, sie sammeln Freunde und Gleichgesinnte.
So zählten zu den Sympathisanten im Prater auch Maren Ade und Ulrich Köhler. In „Toni Erdmann“ gibt es eine kleine Szene, in der Nicolas Wackerbarth als Coach für Körpersprache zugeschaltet wird – per Skype. Revolver wurde in München gegründet, ist aber inzwischen längst nach Berlin gekommen, wie die meisten seiner Macher. Zum Geburtstag, der die Zeitschrift „volljährig“ werden lässt, wünscht auch der tip alles Gute – und viele weitere Ausgaben.

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