Thriller

„Volt“ im Kino

Toughes Genrekino aus deutschen Landen

Foto:  © Felix Gemein/ augenschein Filmproduktion
Foto: © Felix Gemein/ augenschein Filmproduktion

Wenn einer den Spitznamen Volt trägt, dann muss man sich nicht wundern, wenn bei dem mal eine Sicherung durchbrennt. Denn Volt hat einen Menschen getötet. In einer nahen Zukunft sind in Deutschland Flüchtlinge in Transitzonen eingepfercht, Volt muss als ­Mitglied einer Polizeieinheit für „Recht und Ordnung“ sorgen. Bei einer Razzia kommt es zum Zweikampf mit einem Nigerianer, den Volt daraufhin erwürgt. Er verschweigt die Tat, wird aber zunehmend von Gewissensbissen ­geplagt.
Autor und Regisseur Tarek Ehlail entwirft ein plausibles Zukunftsszenario mit einer grauen, sich abschottenden westlichen Zivilisation, der nach und nach die Menschlichkeit abhanden zu kommen droht. Zwar ist die Szenerie genreüblich zugespitzt, finden sich hier keine Farben, keine Natur, keinerlei Möglichkeiten, dem Grau zu entkommen, dennoch wirkt sowohl die Flüchtlingssituation als auch der Umgang innerhalb der Polizei mit viel Bier, viel Testosteron und derben Sprüchen authentisch; das ist nicht nur Ehlails dichter Inszenierung zu verdanken, sondern auch dem Cast mit Schauspielern voller Street Credibility wie Benno Fürmann, Sascha Alexander Geršak, Denis Moschitto, Anna Bederke (sie hat bereits in „Schrotten!“ ihre Frau unter Männern gestanden) oder Kida Khodr Ramadan.
Der treibende elektronische Soundtrack von Alec Empire, Chef der Band Atari Teenage Riot, tut dazu sein Übriges. Zwar wundert man sich, wie problemlos Volt in die Transitzone rein und auch wieder rauskommt, dennoch ist dies ein ungewöhnlicher, hoch politischer Genrefilm made in Germany. Auf Tarek Ehlail muss man fortan ein Auge werfen.

Volt D/F 2016; 80 Min., R: Tarek Ehlail, D: Benno Fürmann, Sascha Alexander Geršak, Denis Moschitto, Start: 2.2.

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