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Von der Bühne ins Kino: „Captain Berlin versus Hitler“

Dem Kabinett an lächerlichen Führern hat auch der einstige Underground-Regisseur und Z-Kultur-Spezi Jörg Buttgereit im vergangenen Jahr eine hübsche GröFaZ-Variante hinzugefügt. In seiner Thea­terinszenierung „Captain Berlin versus Hitler“ war der Ober-Nazi nur noch ein von der wahnsinnigen Nazi-Doktorin Ilse von Blitzen konserviertes Gehirn mit Stielaugen in einem polierten Kruppstahlroboter – und neben Dracula auch der Widersacher des von Buttgereit bereits 1982 ausgedachten deutschen Superhelden Captain Berlin.
Den grellen, abstrusen TrashBühnen-Comic, in dem Nazikarikaturen, Horrormythen und Su­per­heldenmotive mit Wham-Bam-Batman-Action sorglos vermischt werden, hat der Filmemacher Thilo Gosejohann im vergangenen Jahr im Hebbel am Ufer gefilmt. Zwar ist es auch für „Captain Berlin versus Hitler“ unmöglich, die typischen Tücken eines Theatertransfers zu umgehen. Doch indem Gosejohann das digitale Material „Grindhouse“-mäßig auf alt trimmt, mit allerlei Effekten tunt und hin und wieder mit Sprechblasen versieht, verschwimmen bei diesem schwungvoll-spaßigen Tritt in Nazihintern immer wieder die Grenzen zwischen Film und Bühne.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Sehenswert

Captain Berlin versus Hitler, Deutschland 2009; Filmregie: Thilo Gosejohann, Theaterregie: Jörg Buttgereit; Darsteller: Jürg Plüss (Captain Berlin), Claudia Steiger (Ilse von Blitzen), Adolfo Assor (Dracula); Farbe, 75 Minuten

Kinostart: Fr 24. April 2009

Premiere am Fr 24. April, 22 Uhr im Kino Central mit Jörg Buttgereit, Thilo Gosejohann und weiteren Crew-Mitgliedern; anschließend Party im Eschschloraque

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