Kino & Stream

„Von Jetzt an kein Zurück“ im Kino

Von jetzt an kein zurück

Rosemarie nennt sich von jetzt an Ruby. Die Eltern reklamieren zwar das Gehalt, das die Minderjährige im Plattenladen verdient, reagieren auf ihren Minirock, die Lust auf Beat-Musik und ihre nächtlichen Ausflüge jedoch mit Schlägen und Demütigungen. Martin kennt sich in rebellischer Poesie aus, gilt seinem angepassten Klassenlehrer aber nur als „Rimbaud für Bausparer“. Rausch und Zärtlichkeit ihrer Liebesgeschichte, an die auch Martins Kumpel, ein Wirtschaftswundersöhnchen, andocken darf, treffen auf die volle Wucht staatlich sanktionierter „Fürsorge“. Der Verdacht „sexueller Verwahrlosung“ und ein Fluchtversuch Richtung West-Berlin münden in die erzwungene Trennung und Einweisung in kirchliche Heime. In deren Gewaltsystem lernen beide überleben – um einen hohen Preis. Christian Frosch konfrontiert in seiner Rockballade in energiegeladenem Schwarz-Weiß (samt farbigem Epilog) sehenswert mit einem einst von Ulrike Meinhof aufgegriffenen Horrorkapitel der bundesrepublikanischen Geschichte.

Text: Claudia Lenssen

Foto: Salzgeber

Orte und Zeiten: „Von jetzt an kein zurück“ im Kino in Berlin

Von jetzt an kein ?zurück, Deutschland/Österreich 2014; Regie: Christian Frosch; Darsteller: Victoria Schulz (Ruby), Anton Spieker (Martin), Ben Becker (Rubys Vater); 109 Min.

Kinostart: Do, 12. März 2015

Mehr über Cookies erfahren