Dokumentarfilm

„Von Trauben und Menschen“ im Kino

Kleine Frotzeleien – „Von Trauben und Menschen“ will von der Weinernte erzählen

Foto: Film Kino Text

Dokumentarfilme können einen Zuschauer auf vielfältige Weise einfangen – am einfachsten mit einem spannenden Thema, am nachhaltigsten, wenn dazu auch noch eine kongruente, interessante Form gefunden wird. Doch dann gibt es auch jene Filme, bei denen man nicht wirklich versteht, wofür genau sie sich überhaupt interessieren. Der französische Dokumentarfilm „Von Trauben und Menschen“ über eine Weinernte in der Gegend von Toulouse gehört dazu.
Nun könnte man ja mal ganz naiv annehmen, der Regisseur Paul Lacoste interessiere sich für Trauben und Menschen oder für die Weinernte – „Vendanges“, wie der Film mit seinem französischen Originaltitel heißt. Es könnte um die Motivation der Erntehelfer, ihre Arbeits­bedingungen oder die Gruppendynamik ­gehen, oder um das Verhältnis von Natur und Kultur. Und irgendwie kommt das alles vor, und dann auch wieder nicht. Denn der Ansatz des Films bleibt immer rein impressionistisch: Er blickt mit viel Muße hierhin und lauscht da, ohne seine (vielen) Protagonisten jemals ­richtig vorzustellen. Man wird Zeuge der ­kleinen Frotzeleien der Erntehelfer untereinander, erfährt, dass eine Frau gern in der Natur arbeitet und eine andere nicht, und denkt: Naja, und? Interessant wird das doch erst, wenn man den Menschen nahekommt. Doch das gelingt dem Film nie. Was bleibt, ist lediglich ein vages Stimmungsbild.

Vendanges (OT) F 2014, 82 Min., R: Paul Lacoste, Start: 1.9.

Bewertungspunkte5

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