Kino & Stream

Von Trier wehrt sich gegen Zuspruch aus Iran

lars-von-trierDer Skandal von Cannes geht in die nächste Runde: Nachdem der dänische Regisseur Lars von Trier auf einer Pressekonferenz mit wirren Nazi-Kommentaren seinen Rauswurf vom Filmfestival provoziert hat, bekommt er nun Zuspruch vom stellvertretenden iranischen Kulturminister für Film, Javad Shamaqdari. Dieser wirft der Festivalleitung in einem Brief vor, mit dem Rauswurf von Triers die eigene „Geschichte besudelt“ zu haben. Die Verteidigung der Redefreiheit sei zu einem „bedeutungslosen Spruch“ geworden, heißt es.

Von Trier hatte sich nach der Pressekonferenz mehrfach entschuldigt und betont, ein „Idiot“ gewesen zu sein. Der Brief aus dem Iran veranlasste ihn nun zu einer weiteren Stellungnahme: „In Verbindung mit dem Brief des iranischen Vize-Kulturminsters Javad Shamaqdari an das Filmfestival von Cannes, der meine Abstemplung als persona non grata betrifft, fühle ich mich zu folgendem Kommentar bemüßigt: Ich bin der Meinung, dass die Redefreiheit, in jeder Form, Teil der menschlichen Grundrechte ist. Trotzdem waren meine Äußerungen während der Pressekonferenz unintelligent, uneindeutig und unnötig verletzend“, so von Trier. Mit seinen Äußerungen auf der Pressekonferenz habe er klar machen wollen, „dass das Potential für extreme Grausamkeit – oder auch das Gegenteil – in jedem menschlichen Wesen schlummert. Egal, welche Nationalität, Bevölkerungsgruppe, Rang oder Religion“.

Foto: Christian Geisn

Mehr über Cookies erfahren