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Vorspannkino im Kunst-Werke Berlin

To Kill a MockingbirdWer 007 nicht für eine Hotelzimmernummer hält, kennt die Szene: Man sieht durch den Lauf einer Pis­tole, in deren Visier von rechts James Bond erscheint, der aus seiner Walther zurückschießt – der Bildschirm wird von einem Blutschleier überzogen. Die ersten Sekunden der James-Bond-Titelsequenzen wurden zum Markenzeichen der weltberühmten Agentenfilmreihe. Entworfen hat sie Maurice Binder, einer der wenigen Titeldesigner, die einer breiteren Öffentlichkeit namentlich bekannt sind. So wie auch Saul Bass. Er hat u.a. die Eröffnungssequenzen für Hitchcocks „Vertigo“ (Foto) und „Psycho“ entworfen.

Die Kunst, in den Vorspännen mit der Bild- und Tonebene auch Schrift zu verbinden und dabei in das Thema eines Films einzuführen, ohne zu viel vorwegzunehmen, beherrschten beide meisterlich. Und beide hatten entscheidenden Anteil daran, dass Filmtitel sich als eigenes Genre der Filmkunst etablieren konnten. Ab So 8.2. würdigen die Kunst-Werke mit einer Ausstellung über 50 solcher filmischen Prologe, deren künstlerische Bandbreite von grafisch-typografischen Lösungen bis hin zu geschlossenen Miniaturfilmen mit eigener Dramaturgie reicht.          

Text: JSO
Foto: Stephen Frankfurt

Vorspannkino
Kunst-Werke, So 8.2. bis So 19.4.

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