Antiatomdrama

„Wackersdorf“ im Kino

Regisseur Oliver Haffner schildert den Kampf eines Landrats gegen die drohende atomare Verseuchung seiner Heimat

if… Productions/ Erik Mosoni

Wir leben in Zeiten, in denen solche Art von Filme wichtig sind – Filme, in denen nicht nur die Bedeutung des zivilen Ungehorsams ­gezeigt wird, sondern auch Filme, die den Wert einer letztlich funktionierenden Demo­kratie vorführen. Jener Demokratie also, die so mancher Landsmann derzeit verteufelt und dem offenbar nicht bewusst ist, was auf dem Spiel steht.

Anfang der 80er-Jahre gilt die Oberpfalz als „Strukturschwache Region“. Kein ­Wunder, dass sich Landrat Hans Schuierer (Johannes Zeiler, Foto, Mi.) freut, als ihm vom Umwelt­minister höchstpersönlich die Ansiedlung ­einer hochtechnisierten Industrie in Aussicht gestellt wird: eine atomare Wiederaufbereitungsanlage im Ort Wackersdorf bei Schwandorf. Gesundheitlich sei das völlig unbedenklich, das verspricht auch der Lobbyist Billinger (Fabian Hinrichs). Doch nach genauerer Recherche und Lektüre ­diverser Bücher wird der Herr Landrat skeptisch – und avanciert bald zur Galionsfigur der Widerstandsbewegung, zusammen mit Eingeborenen wie Monika Gegenfurtner (Anna Maria Sturm). Und Schuierer macht sich damit in seinem Landkreis nicht nur Freunde.

Diese wahre Geschichte hätte man auch als Farce erzählen können. Doch Regisseur Oliver Haffner schildert den Kampf eines Landrats gegen die drohende atomare Verseuchung seiner Heimat als packendes Drama. Hans Schuierer hat nichts von seiner Dynamik verloren: Auf Youtube findet sich eine Rede von ihm zum 25. Jubiläum das Baustopps in Wackersdorf von 2014.

Wackersdorf D 2018, 123 Min., R: Oliver Haffner, D: Johannes Zeiler, Peter Jordan, Anna Maria Sturm, Start: 20.9.

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