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„Wader Wecker Vater Land“ im Kino

Wader_Wecker_Vater_LandSchlaksig, langhaarig und mit Gitarre bewaffnet verkörperte Hannes Wader lange Jahre den Idealtyp des linken Liedermachers. Konstantin Wecker hingegen: ein Mensch der großen Gesten. Einer, der sich hinter dem Flügel verausgabt, lustvoll explodiert, eine Rampensau. Ihre Zeit waren die 1970er- und 80er-Jahre, die Anti-AKW- und Friedensbewegung, der Schulterschluss gegen rechts. Dann trat der Mann aus dem Norden in die DKP ein, und der Münchner wurde für seine Lust am Kokain geschmäht. Hat sie das etwa ausgebremst? Mitnichten, inzwischen gehen die so gegensätzlichen Charaktere gemeinsam auf Tournee. Was die beiden dabei erleben und an welche persönlichen und politischen Stationen sie sich erinnern, zeigt die Dokumentation „Wader Wecker Vater Land“ von Rudi Gaul. Selbst wer Weckers Timbre nicht mehr hören kann, schmunzelt dann doch, wenn er von seinem Hang zum Orchestralen und zum Bodybuilding spricht. Und Wader? Er ist die eigentliche Entdeckung, zeigt er sich doch sympathisch schlicht und steht sogar zu Lampenfieber und Perfektionsanflügen. Gemein ist ihnen eines: das Bedürfnis, weiterzukämpfen und mit ihren Liedern die Jungen zu erreichen. Satte Schläfrigkeit kann sich keiner leisten.                       

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Zorro Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Wader Wecker Vater Land“ im Kino in Berlin

Wader Wecker Vater Land Deutschland 2011; Regie: Rudi Gaul; 95 Minuten; FSK 0

Kinostart: 15. Dezember

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