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„Wanderlust – Der Trip ihres Lebens“ im Kino

Wanderlust - Der Trip ihres Lebens

„Nie wieder New York“ hieß eine erfolgreiche, gleich zweimal verfilmte Komödie, die vom Überleben eines kleinstädtischen Ehepaares im Big Apple erzählte. „Immer wieder New York“ wäre ein möglicher Alternativtitel zu diesem, auch im Original mit dem deutschen Wort „Wanderlust“ betitelten Film. Linda und George haben gerade ein Studio-Apartment erworben (teuer und klein), das ihnen als „Micro-Loft“ verkauft wurde, als George seinen Job verliert und Lindas Idee einer Dokumentation, die sie selbstbewusst als Mischung aus „Eine unbequeme Wahrheit“ und „Die Reise der Pinguine“ anpreist, von der Verantwortlichen bei HBO als „das Deprimierendste, was wir je gesehen haben“ abgelehnt wird. Wäre eine ländliche Hippiekommune eine Alternative für die beiden? Zumindest zum spießigen Suburbia-Dasein bei Georges Bruder in Atlanta, der sein Geld mit dem Aufstellen von Dixie-Klos verdient. Vegane Kost, gruppentherapeutische Sitzungen und freie Liebe stellen allerdings auch die Weltoffenheit von New Yorkern auf eine harte Probe. Wenn die beiden bei ihrer Ankunft im „Elysium“ von einem Nackten begrüßt werden, ist die Handschrift des Produzenten Judd Apatow zu spüren, der mit solchen Bildern immer wieder gerne Geschmacksgrenzen auslotet, aber insgesamt ist der zweite Film von David Wain („Vorbilder?!“) sehr viel verhaltener. Hätte er die Hippies ein wenig ernster genommen, wäre auch das moralische Dilemma der Protagonisten überzeugender ausgefallen. Immerhin: Jennifer Aniston ist diesmal erträglich, und Paul Rudd („My Idiot Brother“) hat einige großartige komische Momente.

Text: Frank Arnold

Foto: Gemma La Mana / 2011 Universal Studios

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Wanderlust“ im Kino in Berlin

Wanderlust, USA 2011; Regie: David Wain; Darsteller: Paul Rudd (George), Jennifer Aniston (Linda), Justin Theroux (Seth); 98 Minuten; FSK 12

Kinostart: 21. Juni

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