Drama

„Wann endlich küsst du mich?“ im Kino

Julia Ziesche nimmt sich in ihrem Debütfilm einmal mehr die Mutter-Tochter-Dynamik zwischen Fehlkommunikation, Streitereien und entstehendem Verständnis vor

Foto: 5U5 Filmproduktion

Doris (Olivia Grigolli) steht am Höhepunkt ihrer bisherigen Schauspielerkarriere: Sie will in der Hauptrolle einer Serie durchstarten, die ihr Mann Thomas (Alex Brendemühl) produziert. Ihrem Plan kommt die Nachricht in die Quere, dass sie zum dritten Mal ein Kind erwartet. Und wie der Zufall es will, geschieht der 16-jährigen Viola (Luisa von Finckh) das gleiche wie ihrer Mutter: Sie ist ungewollt schwanger, glaubt aber ihren Traum vom Schauspielen in London mit einem Kind vereinbaren zu können. Neben Olivia und Viola geht die ältere Tochter Mascha (Marie Rosa Tietjen) mit ihren Beziehungsproblemen eher unter.
Eine Mutter, die gern die Kontrolle über alles und insbesondere ihre Kinder hätte; zwei Töchter, die angesichts ihrer Selbstfindungskrisen ständig schlecht gelaunt gegen ihre Mutter rebellieren und eine Großmutter Uschi (Marlen Diekhoff), die zu vermitteln versucht.
Julia Ziesche nimmt sich in ihrem Debütfilm einmal mehr die Mutter-Tochter-Dynamik zwischen Fehlkommunikation, Streitereien und entstehendem Verständnis durch einschneidende Erlebnisse vor. Leider gelingt es dem Film weder den nötigen Witz, noch die Tiefgründigkeit zu schaffen, die dieser Tragikomödie Charakter verleihen würden. Die Handlung ist zu konstruiert, die hartnäckig heitere Filmmusik nervig. Beim Warten auf etwas Mitreißendes findet man sich plötzlich im Abspann wieder.

Text: Loretta Gomell

Wann endlich küsst du mich? D 2016, R: Julia Ziesche, D: Olivia Grigolli, Luise von Finckh, Marie Rosa Tietjen, Marlen Diekhoff, Start: 28.9.2017

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