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„The Warlords“ im Kino in Berlin

the warlordsIm Krieg sei jedes Mittel recht, meint General Pang (Jet Li) und lässt gnadenlos 4000 kriegsgefangene Taiping-Soldaten massakrieren, zur Zeit des chinesischen Bürgerkrieges in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Pangs Blutsbrüder Er-hu und Wu-yang reagieren entsetzt, ihre Freundschaft gerät in eine schwere Krise. Als Pang durch skrupelloses Machtstreben zum Provinzgouverneur aufsteigt und auch noch Er-hus Frau für sich beansprucht, kommt es zum Brudermord.
Die tragische Geschichte eines martialischen Männerbundes hatte Chang Cheh bereits 1972 als Kung-Fu-Film inszeniert („Die Blutsbrüder des gelben Drachen“); nun kommt der Stoff in einer aufwendigen Neuinszenierung als Kriegsfilm in die Kinos. Er führt drastisch das Gemetzel auf den Schlachtfeldern vor Augen und zeigt die Arroganz und Hinterlist kaiserlicher Würdenträger. Die Hin­tergründe und Ziele der sozial­revolutionären Taiping-Bewegung bleiben im Dunkeln. Das Thema ist wohl zu heikel im heutigen China, wo nationale Reformgruppen wie und Aufständische in den Provinzen gegen soziale Missstände und die Unterdrückung durch ein korruptes Regime rebellieren.

Text: Ralph Umard

tip-Bewertung: Annehmbar

The Warlords (Tau ming chong), China 2007; Regie: Peter Chan; Darsteller: Jet Li (General Pang), Andy Lau (Zhao Er-hu), Takeshi Kaneshiro (Jiang Wu-yang); Farbe, 113 Minuten.

Kinostart: 8. Januar 2009

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