Sauna-Doku

„Was Männer sonst nicht zeigen“ im Kino

Wenn man mit Finnland irgendetwas verbindet, dann ist es neben Wäldern, Seen, Mücken und Autorennfahrern natürlich die Sauna

Foto: Temperclayfilm
Foto: Temperclayfilm

Kein Wunder also, dass die Sauna-Doku „Was Männer sonst nicht zeigen“ von Mika Hotakainen und Joonas Berghall 2010 als finnischer Beitrag ins Rennen um den Oscar ging. Zumal das nordische Schwitzbad hier in ungewöhnlicher Funktion gezeigt wird: als Ort, an dem harte Männer auftauen, und wo nicht nur der Schweiß rinnt, sondern auch so manche Träne fließt.

Denn die Regisseure haben für ihren Film Männer aufgetrieben, die bereit waren sich zu öffnen, Gefühle zuzulassen und ihre Geschichten, traurige oder alltägliche, zu erzählen. Und so sitzen sie dann da, nackt, rosig und verletzlich, die Alten und Jungen, die Dicken und Dünnen, und berichten zwischen Aufguss, Dusche und Bier wie sie in der Kindheit vom Stiefvater geschlagen wurden, wie sie ein Kind oder ihre Frau verloren haben, aber auch, wie etwa nach einem verpfuschten Leben voller Kriminalität und Alkohol noch das Glück in Form einer Familie auf sie wartete.

Deprimierend ist das keineswegs, sondern eher anrührend, und zwar vor allem deshalb, weil der Kern dieser Geschichten nicht nur schwitzende Nordmänner etwas angeht, sondern allgemein menschlich ist: Das Beste im Leben ist das Gefühl, nicht allein zu sein.

Miesten vuoro (OT) FIN 2010, 81 Min., R: Mika Hotakainen, Joonas Berghall, Start: 10.11.

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