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„Waschen und Leben“ im Kino

Waschen und Leben

Auf der gläsernen Tür steht zwar Haarstudio „le cheveu“, aber alle kennen das Geschäft nur als „Ullas Frisiersalon“. Seit 30 Jahren führt Ulla den Laden im Stuttgarter Westen, nun möchte sie schließen, und der Dokumentarfilm „Waschen und Leben“ beobachtet die letzten Monate im Rentner-Mikrokosmos, bevor die Übergabe an einen neuen Betreiber ansteht. Neben der lebenslustigen und gerne Sekt trinkenden Ulla, die einen Großteil ihres Lebens hier zugebracht hat, steht die schwäbelnde Stammkundschaft im Zentrum des Films. Keiner ist hier unter 60, der älteste Kunde 102 Jahre alt.
Eine schnatternd ziellose Lebendigkeit geht von den rüstigen Rentnern aus, die im Film interviewt und bei ihren Alltagsaktivitäten begleitet werden. Da findet sich der ungelenke Angestellte, der das Kursbuch der Bahn nachfährt. Da ist der ehemalige CDU-Stadtrat, der Ausflugsfahrten zu Alphornkonzerten organisiert. Und da sind die alleinstehenden Damen, die sich zum Tanztee treffen. Unterlegt von nervtötender Hammond-Orgel-Musik, verfällt der Film dabei mit zunehmender Dauer in Wiederholungen und menschelnde Niedlichkeit.

Text: Michael Baute

Foto: Eikon Südwest

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Waschen und Leben“ im Kino in Berlin

Waschen und Leben, Deutschland 2010; Regie: Michael Baumann, Jenke Nordalm; 90 Minuten

Kinostart: 12. Mai

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