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„Weißes Blut“ in der Volksbühne

Weißes Blut

Ein bislang weitgehend unbekanntes Kapitel der jüngeren Geschichte dokumentiert die Berliner Filmemacherin Regine Dura in ihrem Film „Weißes Blut“. Kurz nach Anbruch der Apartheid-Ära in Südafrika legt im September 1948 ein Schiff mit 83 deutschen Kindern im Alter von zwei bis 14 Jahren in Kapstadt an. Die Jungen und Mädchen sind Teil einer Sammeladoption der burischen Minderheit in Südafrika. Sie sollen helfen, „eine weiße Nation zu schaffen in einem schwarzen Land“.
Die beiden Protagonisten der Dokumentation sind Werner Schellack und Peter Ammermann, zwei der Kinder auf dem Schiff. Bei ihrer Ankunft in Kapstadt sind sie zwei und acht Jahre alt. „Weißes Blut“ erzählt ihre Lebensgeschichte der Entwurzelung – die von Peter, der 1985 die Muslimin Rabia kennenlernt und später zum Islam konvertiert, und die von Werner, der sich in Justine, eine junge Transsexuelle mit einer Vorliebe für Death Metal, verliebt. Mit Hilfe von Home Movies und Archiv-Material montiert Regisseurin Regine Dura eine Erzählung über den Missbrauch von Kindern im Namen einer Ideologie.

Weißes Blut, Deutschland 2011; Regie: Regine Dura; 74 Minuten

Premiere in Anwesenheit der Regisseurin, Volksbühne, Mo 25.6., 21 Uhr

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