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„Welcome to Pine Hill“ von Keith Miller

Welcome_to_pine_hill__01_c_TermperclayfilmEine Zufallsbegegnung, die Filmemacher Keith Miller beim Gassigehen mit seinem neuen Hund hatte, inspirierte den New Yorker zu einem Film. Dieser beginnt mit eben dieser abendlichen Szene irgendwo in Brooklyn: Miller kommt ins Gespräch mit Abu (Shanon Harper), der dem Hundebesitzer eröffnet, dass das Tier rechtmäßig ihm gehöre. Von hier an folgt der semifiktionale Film seinem schweigsamen Protagonisten, einem schwarzen ehemaligen Dealer, der sich inzwischen legal als Versicherungsmitarbeiter durchschlägt. Doch mit einer schweren Krankheitsdiagnose ändert sich für ihn alles; krankenversichert ist er – wie so viele Amerikaner seines Standes – nicht. Ruhig folgt die Kamera dem Pfad, den Abu in der existenziellen Not einschlägt: zur entfremdeten Mutter, den „Hoodies“, schließlich raus aus der Stadt ins waldige Umland. Durch die Konzentration auf seinen stillen Leidensmann entfaltet Millers kleiner, rauer Film eine bemerkenswerte poetische Dimension. Nicht nur aufgrund der äußerlichen Ähnlichkeit von Shanon Harper mit Forest Whitakers Großstadtsamurai in „Ghost Dog“ fühlt man sich an Jim Jarmuschs Kino erinnert. Auf seine Weise ist Abu ein „dead man“, der sich auf seinen letzten Weg macht …

Text: Ulrike Rechel

Foto: Temperclayfilm

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Welcome To Pine Hill“ im Kino in Berlin

Welcome To Pine Hill USA 2012; Regie: Keith Miller; Darsteller: Shanon Harper (Abu), Keith Miller (er selbst); 81 Minuten; FSK k.A.;

Kinostart: 22. August

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