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Wendejahre: „Tilt“ im Kino

Tilt

Stash ist einer der jungen Männer, die 1989 bevorzugt in einem Keller herumhängen, in dem außer einem alten Flipper nicht viel vorhanden ist. Sie träumen von einem eigenen Lokal, doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen. Als in Berlin die Mauer fällt, machen sie sich auf den Weg nach Deutschland, nur um schon bald darauf wieder nach Bulgarien zurückzukehren. Dort ist der „Oberst“, der schon in der kommunistischen Ära die Fäden zog, auch nach der Wende wieder ein hohes Tier.
Zu dumm, dass er auch der Vater von Becky ist, die Stash immer noch liebt, obwohl er sie damals zurücklassen musste. Viktor Chouchkov erzählt in „Tilt“ eine repräsentative, durch eine Liebesstory strukturierte Geschichte rund um die große Veränderung von 1989, die hier eher als eine Wende vom Regen in die Traufe erscheint. Was davor geheimdienstliche Übermacht war, wird danach organisiertes Verbrechen, und die jungen Leute müssen sehen, wo sie bleiben, wenn sie nicht ohnehin schon „tilt“ sind von den vielen Kollisionen in ihrem Leben.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Port-au-Prince Pictures

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Tilt“ im Kino in Berlin

Tilt, Bulgarien/Deutschland 2010; Regie: Victor Chouchkov Jr.; Darsteller: Jawor Emiloff Baharoff (Stash), Radina Kardjilowa (Becky), Georgi Staykow (Katev); 97 Minuten; FSK 16

Kinostart: 9. Mai

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