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Tragikomödie

„Wenn ich es oft genug sage, wird es wahr“ im Kino

Michel Peneud hat es nicht leicht. Mit seinem Namen, der zu Wortspielen einlädt, mit seiner dilettantischen Schauspielerei, die so wenig einbringt, dass er als Verkäufer in einem ­Elektronikladen jobben muss

Film Kino Text

Und mit seiner Mutter Monique, die an Brustkrebs erkrankt ist und bald sterben wird. Doch während die Mutter den Tod zum Anlass nimmt, das Leben mit viel Sekt und ihren zahllosen Katzen auszukosten, entwickelt Michel hypochondrische Züge und panische Todesangst. Ist der Knubbel in seiner Brust etwa ein Tumor, womöglich der ­Tumor, der bei seiner Mutter erstaunlicher­weise nicht mehr auffindbar ist? Und warum fallen ihm in Büscheln die Haare aus?

Die Beziehung zwischen Michel und seiner Mutter ist liebevoll und symbiotisch, aber zugleich völlig distanzlos und verquer. Zu viel des Guten und der Liebe. Michels Freundin Aurelie findet sogar, dass er wie seine Mutter riecht. Was allerdings nicht der eigentliche Grund dafür ist, dass sie ihn kurzerhand verlässt. Für Michel bricht eine Welt zusammen, die nicht einmal mit Alkohol zu ertragen ist. Doch es kommt noch schlimmer. Nicht nur, weil plötzlich seine Brust wächst und die Milch einschießt…

Xavier Serons Debütfilm ist eine Tragikomödie der höchst eigenwilligen Art. Herrlich abstrus, aber nie albern. Melancholisch, aber nicht gefühlsduselig. In kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildern führt Seron einen Reigen von Szenen auf, die zugleich schreiend komisch und schmerzhaft traurig sind. Skurril und doch beängstigend. Man fühlt und leidet mit, und sei es noch so grotesk. Das ist kein schwarzer Humor, sondern Aberwitz.

Je me tue à le dire (OT) B/F 2016, 90 Min., R: Xavier Seron, D: Jean-Jacques Rausin, Myriam Boyer, Serge Riaboukine, Start: 14.12.

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