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„Wenn wir zusammen sind“ im Kino


In „Wenn wir zusammen sind“ sieht London aus wie das Sonnen­plätzchen einer schönen, ökologisch aufgeklärten Welt, wo Händler vor verträumten Läden stehen und immer für einen Plausch zu haben sind. Just hier, im unbezahlbaren South Kensington, findet der in Paris arbeitslos gewordene Mathias (Vincent Lindon) einen verwaisten Buchladen zur Pacht. In anderen Filmen wäre der Mann ein Gescheiterter: mittelalt und ohne Job, von seiner Ex-Frau mit einer kleinen Tochter sitzen gelassen. Doch in Lorraine Levys Spielfilmdebüt dient die Misere als Startpunkt für heitere Verwicklungen, in denen sich Romanze und Buddy-Komödie mischen.
Denn Mathias lebt im Männerhaushalt mit einem alten, ebenfalls alleinerziehenden Pariser Kumpel. Der aber hat abstruse Regeln aufgestellt, etwa dass Damenbesuch tabu ist. Daraus ergeben sich allerlei Gelegenheiten für spaßige Momente, die oft so konstruiert wirken wie ein Mäusezirkus.
Immerhin kann der gewohnt raue Vincent Lindon den Komödianten herauskehren – wenn er sich nächtens vom Rendezvous in die WG zurückstiehlt oder Blitzmenüs erfindet und Lachssteaks in der Spülmaschine gart. Mit der realen Welt hat das freilich so viel zu tun wie englisches Frühstück mit Bio-Obstsalat.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Zwiespältig

„Wenn wir zusammen sind“ (Mes amis, mes amours) Frankreich 2008; Regie: Lorraine Levy; Darsteller: Vincent Lindon (Mathias), Pascal Elbй (Antoine), Virginie Ledoyen (Audrey); Farbe, 99 Minuten

Kinostart: 19. November

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